Ein sehr heißer Sommer liegt hinter uns. Laut Deutschem Wetterdienst der zweitheißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur 2003 war noch heißer. Der offizielle Hitzerekord in Deutschland liegt bei 41,8 °C, gemessen am 28. Juni 2026 in Drewitz (Sachsen-Anhalt) bzw. 41,7 °C in Neißemünde-Coschen (Brandenburg). Die wärmste Nacht: 29,4 °C in Kubschütz (Sachsen) im Juni 2026.
Ich habe ausschließlich Gourmet-Kartoffeln geerntet – aufgrund der Kartoffelgröße. Und das Obst in den Bäumen war luftgetrocknet und direkt als Dörrobst verwendbar. Manche Zeitgenossen meinen, die Zukunft läge in der Atomkraft der AKW, die jedoch mangels Kühlwassers abgeschaltet werden mussten. Der Rhein, ein Rinnsal.
Dürre. Bei so viel Hitze breitet sich Dürre nicht nur im Nutzgarten und auf der Streuobstwiese aus. Manchmal auch im Kopf. Noch schlimmer: im Herzen.
Jeder Mensch kennt Zeiten, in denen sich das Leben wie eine Steppe anfühlt.
Der Alltag ist mühsam, die Inspiration fehlt, und im Inneren herrscht bleierne Schwere oder ein Loch.
Im Psalm 63,2 heißt es dazu: Gott, du bist mein Gott, den ich suche.
Es dürstet meine Seele nach dir, mein Leib verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.
Manche Menschen haben sich an die geistliche Dürre in ihrem Leben gewöhnt. Sie versuchen die Dürre mit Aktionismus oder Ablenkung zu übergehen. Oder mit Jammern. Dürre deckt schonungslos auf, wovon wir uns im Innersten nähren. Der Durst zeigt, dass wir lebendig sind und Sehnsucht nach tieferem Sinn bzw. Gott haben.
Dürre. Pflanzen überleben, wenn sie tiefere Wurzeln bilden, die nicht an der Oberfläche bleiben. Manchmal halte ich Gott meine innere Dürre, meine Sehnsucht nach Regen und Wasser hin. Eine Sturzflut wäre gut, aber sie fließt nur an der Oberfläche ab. Der Boden muss oft erst aufgeweicht werden, damit er den Regen aufnehmen kann, weil er hart geworden ist. Oft reicht schon der Tau am Morgen, der alles nässt und erfrischt.
Ich wünsche mir diesen Tau für vertrocknetes Land - auch für Deutschland.
Ich bete für einen geistlichen Aufbruch und erwarte einen kräftigen Regen
, den Gott schenken möchte.
Der Prophet Jesaja (Jes.44,3) nennt Gottes Versprechen: Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre.
Nach der Dürre folgt Regen.
Erfrischung kommt von oben - ausschließlich.
Ich strecke meine leeren Hände aus:
Gott, du siehst meine Trockenheit und Müdigkeit.
Ich halte dir mein leeres, dürres Herz hin.
Sei du die Quelle, die mich heute im Stillen nährt.
Schenke mir die Geduld zu warten, bis dein Regen mein Leben und unser Land wieder grün werden lässt.
Amen.
Bleiben Sie gesund und behütet.
Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde