Das Wort zum Donnerstag

Das Wort zum Donnerstag

16.04.2026

Autokorrektur

Jochen wird 60 - ich gratuliere schriftlich per WhatsApp. Darauf antwortet das Geburtstagskind, dass ich immer so inserierend sei. Hm, der Satz ergibt für mich keinen Sinn. Vermutlich hat die Autokorrektur das ursprüngliche Wort korrigiert. Aber welches war das ursprüngliche Wort?

Bin ich immer: inszenierend oder integrierend, oder eher inspirierend, vielleicht andere informierend, oder war etwa investierend gemeint? Hoffentlich keinesfalls ignorierend, irritierend oder transpirierend?!

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie schreiben einen Text, die Autokorrektur erkennt Tippfehler und korrigiert oder macht Vorschläge. Praktisch, wenn Buchstabendreher automatisch verbessert werden. Unpraktisch, wenn der Empfänger nicht mehr versteht, was gemeint ist. Noch schlimmer, wenn die Autokorrektur Wörter ersetzt, die einen unerwünschten Sinn ergeben, und der Empfänger anschließend sauer ist, weil die Nachricht missverständlich ankommt. Denn die Autokorrektur kann Wörter auch inhaltlich falsch ersetzen. Gut, dass die Autokorrektur auch ausgeschaltet werden kann. Manchmal ist sie hilfreich, manchmal ein echter Störenfried, der den Sinn komplett verdreht.

Zuweilen erlebe ich auch im Alltag eine Art Autokorrektur: Ich nehme mir Gutes vor, aber der Alltag, in Form von Stress, Fehler oder Schwächen, macht aus liebevoll lieblos. Und aus geduldig wird genervt.

Ins Staunen komme ich, wenn Gott die Autokorrektur in meinem Leben ist: Aus Sorgen kann Segen werden. Aus Frust Freude. Seine Autokorrektur heißt: Gnade. Wo mein Leben von Sinnlosigkeit und Selbstzweifel geprägt ist, da will er Selbstbewusstsein und Sinn schenken. Wo ich scheitere, schreibt er auf krummen Zeilen gerade. Natürlich nicht im Sinne von einem Automatismus, denn: Was der Mensch sät, das wird er ernten.

Dankbar bin ich, dass Gott dann und wann meine Blickrichtung korrigiert: Menschen schauen auf ihre Fehler, auf Dunkelheit oder auf Sorgen. Gott lenkt den Blick auf das Wesentliche: Ich habe dich erlöst. Du bist mein! (Jes.43,1) Er korrigiert meine Selbstwahrnehmung vom Ich bin nicht gut genug hin zu Ich bin wertvoll.

Ein Gebet: Danke Gott, dass du meine Fehler korrigierst. Danke, dass du nicht auf meine Verfehlungen schaust, sondern Vergebung schenkst. Ich möchte mich von deiner Liebe korrigieren lassen. Das ermöglicht mir einen neuen Blick auf mich, mein Leben, dich und andere. Amen.

Bleiben Sie gesund und behütet.

Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde

→ zum Archiv→ Home