Frau A. will die Bibel lesen.
Da trifft es sich gut, dass meine Tochter eine Studienbibel abgeben möchte, die sie doppelt hat.
Ich staune über Gottes perfektes Timing und strecke den Zeigefinger in der WhatsApp-Familiengruppe, dass ich interessiert bin.
Frau A. informiere ich bei der nächsten Begegnung, dass ich eine Bibel für sie habe.
Sie ist begeistert, bedankt sich und fragt: Was mache ich mit der Bibel, wenn ich sie durchgelesen habe?
Gebe ich sie dir dann zurück?
Eine gute Frage! Bei normalen
Büchern, würde ich sagen:
Ja, gib mir das Buch wieder zurück, wenn du es durchgelesen hast.
Bei der Bibel ist das anders: Man liest sie nicht einfach durch und dann zurück ins Regal oder zurück an den Eigentümer.
Eine Bibel will Begleiter sein.
Nicht die Bibel an und für sich, sondern Gott ist der eigentliche Begleiter, dem es gefallen hat, sich in der Bibel bzw.
durch sie zu offenbaren und mitzuteilen.
Klar kann man die Bibel durchlesen, wie jedes andere Buch auch: von vorne nach hinten. Einsteigern ins Bibel lesen wird empfohlen, mit den Evangelien zu starten und Einblick in das Leben Jesu zu bekommen. Gut, wenn man sich Zeit nimmt für die Inhalte und die Verse meditativ, also wiederholend liest, um in den tieferen Sinn einzusteigen. Vielleicht benutzt man die Bibel auch für den Austausch mit anderen und bringt sie zu dieser Gelegenheit mit.
Um die Bibel besser zu verstehen, gibt es Pläne zum Bibellesen, Studienbibeln, Lexika, Apps oder Erklärungen. Eine Schreibbibel, mit extra breitem Rand, eignet sich für Menschen, die sich gerne Notizen machen oder wichtig gewordene Aussagen künstlerisch gestalten und darstellen wollen.
Andere unterstreichen Aussagen oder legen den Fokus auf Tätigkeitswörter. Was erlebt die Person in diesem biblischen Textabschnitt? Oder wie handelt Gott in dieser Geschichte? Letzteres hebt hervor, dass Gott der Handelnde ist: Durch die Geschichte der Bibel, die über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren entstand, oder in einem besonderen Ereignis, etwa: Gott hat gesehen, gehört, gerettet, geheilt, beauftragt, getröstet, usw. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Inhalt der Bibel grafisch sichtbar werden zu lassen, damit Gottes Wort wirksam und lebendig wird bzw. bleibt.
Bei allem Arbeiten mit und an der Bibel sollte nicht vergessen werden, dass die Bibel vor allem am Leser arbeiten will.
Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard (1813-1855) formuliert:
Wer die Bibel wie ein gewöhnliches Buch liest, dem bleibt sie verschlossen, als wäre sie stumm.
Der Mönch Franz von Assisi (um 1181-1226) macht die Erfahrung: Die Heilige Schrift ist ein Spiegel.
Wer ihn aufmacht und hineinschaut, der sieht, was er tun soll.
Was ist die Bibel für Sie?
Bleiben Sie gesund und behütet.
Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde